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<title>Call and Response</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Call and Response</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Call and Response</b>, deutsch <i>Ruf und Antwort</i>, ist ein musikalisches Muster, das auf dem Ruf (<i>Call</i>) eines Vorsängers und der darauf folgenden Antwort (<i>Response</i>) des <a href="Chor_(Musik)" title="Chor (Musik)">Chors</a> basiert. Dieses kurzphasige <a href="Responsorium" title="Responsorium">Responsorium</a> gilt in weiten Teilen der <a href="Musikwissenschaft" title="Musikwissenschaft">musikwissenschaftlichen</a> Literatur als ein charakteristisches musikalisches Merkmal <a href="Traditionelle_afrikanische_Musik" title="Traditionelle afrikanische Musik">traditioneller afrikanischer Musik</a> und gehört zudem „als formbildendes Prinzip zu den elementaren Gestaltungsmitteln <a href="Afroamerikanische_Musik" title="Afroamerikanische Musik">afro-amerikanischer Musik</a>.“<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieses Prinzip wurde in <a href="Nordamerika" title="Nordamerika">Nord-</a> und <a href="Lateinamerikanische_Musik" title="Lateinamerikanische Musik">Lateinamerika</a> in verschiedenen afroamerikanischen Musikgenres von der vokalen auf die Instrumentalmusik übertragen, etwa auf Trommeln in der <a href="Brasilianische_Musik" title="Brasilianische Musik">brasilianischen Musik</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Klassische_Auffassung">Klassische Auffassung</h2></div>
<p>In Nordamerika ist das <i>Call-and-Response</i>-Prinzip typisch für <a href="Negro_Spiritual" class="mw-redirect" title="Negro Spiritual">Spirituals</a>, <a href="Gospel" title="Gospel">Gospels</a>, <a href="Blues" title="Blues">Blues</a> und <a href="Jazz" title="Jazz">Jazz</a> und ist über den <a href="Rhythm_%E2%80%99n%E2%80%99_Blues" class="mw-redirect" title="Rhythm ’n’ Blues">Rhythm ’n’ Blues</a> auch in weitere Musikgattungen gelangt. Seinen Ursprung hat es hier in den afroamerikanischen <a href="Worksong" title="Worksong">Worksongs</a> (Arbeitsliedern), die aus Afrika stammende Sklaven bei der Feldarbeit sangen, um sich die Arbeit zu erleichtern und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Ein Vorsänger gab die Melodie und den Text vor, mehrere Nachsänger antworteten darauf oder wiederholten Text und <a href="Melodie" title="Melodie">Melodie</a> der vorangegangenen <a href="Phrase_(Musik)" title="Phrase (Musik)">Phrase</a>. Ein Beispiel für Textwiederholung ist das Lied „<a href="When_the_Saints_Go_Marching_In" title="When the Saints Go Marching In">When the Saints Go Marching In</a>,“ wie es von <a href="Louis_Armstrong" title="Louis Armstrong">Louis Armstrong</a> vorgetragen wurde,<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ein Beispiel für einen Song mit eigenständiger Antwort ist das Lied „Swing Low, Sweet Chariot“.
</p>

<p>Ein solistisch vorgetragener call formuliert zunächst eine Struktur, die häufig eher offen und fragend gestaltet ist. Es erfolgt dann von der Gruppe (oder einem Einzelnen) die abschließende Antwort, Konsequenz o.&nbsp;ä., die die Phrase mit der response beendet. Im religiösen Gesang singt der Prediger vor und die Gemeinde stimmt dann ein, z.&nbsp;B. singt der Prediger „Witness“ und die Gemeinde stimmt ein: „for my Lord“. Im Unterschied zum <a href="Antiphonie" class="mw-redirect" title="Antiphonie">Wechselgesang</a> des <a href="Gregorianischer_Gesang" class="mw-redirect" title="Gregorianischer Gesang">Gregorianischen Gesangs</a> fällt der Chor ein, bevor der Vorsänger geendet hat; auch beim Wechsel vom Chor zum Vorsänger kommt es zu einer entsprechenden Phasenverschiebung.
</p><p><i>Call and Response</i> wird auch als Gestaltungsmittel in der afroamerikanischen Instrumentalmusik verwendet. Im Jazz z.&nbsp;B. kommt es manchmal zum Wechselspiel zweier Instrumente, die in einem Moment die Führung des Musikstückes übernommen haben und eine Art Gespräch miteinander führen, wobei meist das Ende des „Ausrufes“ eines der beiden <a href="Musikinstrument" title="Musikinstrument">Instrumente</a> nach einer Antwort verlangt, die oft mit einem <a href="Leitton" title="Leitton">Leitton</a> oder einem die Spannung auflösenden <a href="Klang" title="Klang">Klang</a> des zweiten endet. Auch in den abstrakten Spielformen des <a href="Free_Jazz" title="Free Jazz">Free Jazz</a> ist das <i>Call-and-Response</i>-Prinzip ein gebräuchliches Mittel der musikalischen Gestaltung. So findet dieses Prinzip im kollektiven Zusammenspiel zweier oder mehrerer Instrumente oftmals Anwendung, um eine bestimmte Dichte und Spannung zu erzeugen.
</p>

<p>Nach dem Prinzip des <i>Call and Response</i> lassen sich die Stimmen auch im zweistimmigen Instrumentalsatz entsprechend führen; meistens werden Themen dabei so aufgebaut, dass sie zwischen zwei Melodieinstrumenten geteilt werden. Auch das Entwickeln und Spielen von <a href="Riff_(Musik)" title="Riff (Musik)">Riffs</a> baut hierauf auf. Wirkungsvoll eingesetzt verleiht dieses Wechselspiel dem Stück eine besondere Intensität.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kritik_an_der_afrikanischen_Herkunftsbehauptung">Kritik an der afrikanischen Herkunftsbehauptung</h2></div>
<p>Im Afroamerikanischen Arbeitskreis um den Musikethnologen <a href="Alfons_M._Dauer" title="Alfons M. Dauer">Alfons M. Dauer</a> wurde eine Kritik der Vorstellung entwickelt, dass dieses musikalische Prinzip aus der Musik <a href="Subsahara-Afrika" title="Subsahara-Afrika">Schwarzafrikas</a> in die afroamerikanische Musik transferiert worden sei. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass die Fälle, in denen es wirklich um einen Ruf und die Antwort in den Musikstücken und ihren Texten gehe, zu selten auftauche, um danach diese Gestaltungsform zu benennen; zudem sei von der bisherigen <a href="Jazzforschung" title="Jazzforschung">Jazzforschung</a> die <a href="Antiphon_(Musik)" title="Antiphon (Musik)">Antiphon</a> (bei der zwei Chöre im Wechsel dieselbe Melodie vortragen) nicht deutlich vom eigentlichen Responsorium unterschieden worden. Insbesondere <a href="Maximilian_Hendler" title="Maximilian Hendler">Maximilian Hendler</a> hat aufgezeigt, dass dieses Ruf-Antwort-Muster keineswegs nur aus Afrika stammt, sondern rund um das Mittelmeer gebräuchlich ist und sich in Arbeitsliedern auch darüber hinaus findet.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Shave_and_a_Haircut" title="Shave and a Haircut">Shave and a Haircut</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://northbysouth.kenyon.edu/1998/music/rhythm/rhythm.htm"><i>The Influence of Africa</i></a> (englisch)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Ekkehard_Jost" title="Ekkehard Jost">Ekkehard Jost</a>: <i>Reclams Jazzlexikon.</i> Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-010528-5, S. 592 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Call: „When the Saints“ / Response: „when the Saints“, Call: „go marchin' in“ / Response: „go marchin' in“ vgl. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=wyLjbMBpGDA">YouTube</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Maximilian Hendler: <i>Vorgeschichte des Jazz. Vom Aufbruch der Portugiesen zu Jelly Roll Morton</i> (= <i>Beiträge zur Jazzforschung.</i> 13). Akademische Druck- und Verlags-Anstalt, Graz 2008, ISBN 978-3-201-01900-2, S. 65 ff., sowie derselbe: <i>Sheep, shep, don’t you know the road? – Zur Herkunft des Kurzphasenresponsoriums in der afro-amerikanischen Musik.</i> In: <i>Jazzforschung = Jazz research.</i> 36, 2004, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a>&nbsp;<span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220075-3572%22&amp;key=cql">0075-3572</a></span></span>, S. 153–178.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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